Freitag, 30. April 2010

Termin: Sevlener Oldtimerfestival

Am Sonntag, den 2. Mai findet mal wieder das Oldtimerfestival mit Rallye in Sevelen statt. Ich habe mich für die Rallye angemeldet, muss ja schließlich meinen Titel verteidigen.
Leider sagt die Wettervorhersage nichts gutes. Regenwahrscheinlichkeit den ganzen Tag zwischen 70 und 80%. Also abwarten, Tee trinken und hoffen.

Dienstag, 13. April 2010

Die Legende lebt (noch)

Heute mal ein kleiner Exkurs aus der Konserve, da mich der Studieralltag mit voller Macht erwischt hat..

Es gibt Fahrzeuge, die so legendär sind, dass sie niemals wirklich sterben können. Sicherlich einige technisch bahnbrechenden Fahrzeuge wie Fords Tin Lizzie, oder berühmte Sportwagen. Was mich persönlich jedoch viel mehr fasziniert sind Alltagsgegenstände, die so derartig zäh sind, dass man sie einfach nicht kaputt bekommt. Beispiel London: Wer an London denkt, sieht vor seinem geistigen Auge rote Routemaster Busse und nicht weniger archaisch aussehende schwarze Taxen durch die Gegend fahren. Ersterer hielt sich von 1954 bis 2005 auf den Straßen, und nachdem er ausgemustert wurde waren die Proteste so groß, dass die Verkehrsbetriebe teilweise verkaufte Busse wieder zurückkauften!



Bild geklaut bei http://news.bbc.co.uk

Beispiel Berlin: Seit man 1927 festgestellt hatte, dass eng getakteter Dampfzugbetrieb in einer Großstadt überraschenderweise leicht unangenehme Folgen hat, verkehrt der legendäre Stadtbahner auf den Berliner S Bahn Strecken. Einige Fahrzeuge waren sage und schreibe 70(!) Jahre lang im Einsatz, bevor man sie ausmusterte. Es drängen sich gewisse Parallelen zum heute fast ausgestorbenen berliner Original mit seiner herzerfrischend ehrlichen, schnörkellosen Art auf. 2000 wurden die letzten Stadtbahner ausgemustert. Jetzt, 10 Jahre später ist die Berliner S Bahn, obwohl mit neuen Zügen ausgestattet, in der Krise. Verspätungen ohne Ende, Skandale um nicht gewartete Fahrzeuge... Kaum ist "the one and only" weg, schon läuft nichts mehr...



Mit der S-Bahn vom Warschauer Pakt zum Verteidigungsgebiet der NATO für 2 Mark 10. Das gab es nur in Berlin!
Bild geklaut bei http://www.berliner-verkehrsseiten.de/s-bahn


Es gibt ein weiteres legendäres Fahrzeug, dass fest mit dem Stadtbild einer Großstadt verbunden ist:



Bild geklaut bei http://www.toycollector.com

Genau. Den Kollegen hier. Den Käfer in Mexico D.F. Unermüdlich verrichtet der "Vocho" seinen Dienst und tut, was er am besten kann. Laufen, laufen laufen. Noch tut er das. Mexico Stadt hat weltweit mit die übelste Luftverschmutzung, und deswegen wurde den Käfertaxen der Kampf angesagt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch hier eine Legende verschwunden ist. Sicherlich ist Umweltschutz eine wichtige Sache. Ob ein paar Käfer mehr oder weniger (zumal die meisten neuere 1600i mit G-Kat sein dürften) da so viel ausmachen, lasse ich mal dahin gestellt. Es scheint mir eher sinnvoll, einen funktionierenden ÖPNV aufzubauen, sodass nicht mehr jeder mit einem eigenen Auto quer durch den Megamoloch fahren muss.
By the Way erkenne ich übrigens auch nicht an, dass der Golf den Käfer als Weltmeister abgelöst haben soll. zwischen einem Brezelkäfer der 40er Jahre und einem der letzten Mexicokäfer Bauteile wie Türen oder Kotflügel hin und her zu tauschen, bereitet keine größeren Probleme. Man versuche das mal mit einem Golf 1 und einem Golf 6. Die letztere "Baureihe" besteht aus völlig verschiedenen Autos, die nur den Namen gemeinsam haben. Ich glaube nicht, dass jemals ein Auto wieder die 21 Millionen überschreiten wird.

Nunja, das ist zwar alles schade, aber der Lauf der Dinge. Was ich mich aber wirklich frage ist: Wie kommt es dazu, dass Fahrzeuge wie hier beschrieben so stark zum Wahrzeichen einer Stadt werden können? Was meint ihr?

Sonntag, 4. April 2010

Mensturationsbeschwerden

Zu meiner größten Verwunderung musste ich leider feststellen, dass Elli zwar im Stand wunderbar ist, sobald man fährt aber leicht tropft. Na bravo, was soll dass nun schon wieder? Wir erinnern uns, mit dem Motor und Öl hatte ich bisher nicht wirklich Glück.
Nach dem Fahren war der Motor unten mit einem feinen Ölfilm bedeckt und es landeten ein Paar Tropfen auf dem Boden. Dann war wieder Ruhe. Nu, et hilft ja alles nix, also mal wieder die LiMa Seite aufgeschraubt und Öl gefunden. Genauer gesagt stand unten in der LiMa eine kleine Pfütze, und im tiefsten Teil des Ritzelgehäuses (der auch richtung LiMa geht). Da ich unter der Dichtkappe der Abtriebswelle kein Öl finden konnte, wohl aber an der Gehäusewand unter der Kurbelwellendichtkappe, entschloss ich mich meine alte Bekannte noch mal ab zu nehmen. Die verbauten Dichtkappen sind die (vermutlich) original zu dem Motor gehörenden. Sie sind auf der Dichtungsseite (!) geprägt, anstatt auf der aussenseite wie die neueren Exemplare. Hier mal zwei zum Vergleich:


Ich hatte nun den Verdacht, dass diese zerklüftete Dichtfläche nicht das Non plus Ultra darstellt, und entschloss mich deshalb eine mit ebener Dichtfläche einzubauen. Weil ich da schon so viel Spaß mit hatte, wollte ich diesmal keine Kompromisse mehr eingehen und entschloss mich, die Dichtkappe noch mal eben schnell plan zu schleifen. Allzu krumm sah die nämlich nicht aus. Also Glasplatte raus, 400er Papier draufgelegt, Dichtfläche mit Edding angemalt und gib ihm.

Stunden später war die Einsicht gereift, dass Planschleifen ein Job für Leute, die Vater und Mutter erschlagen haben eine sehr meditative Tätigkeit ist, und die Dichtfläche sah so aus:

In Anbetracht der Tatsache, dass an den noch nicht planen Stellen eh nichts anliegt, ließ ich es gut sein. Ich hatte sogar noch eine Papierdichtung im Fundus, allerdings so ein kümmerliches dünnes Ding, besseres Löschpapier..

Aber Morgen will ich evtl zu einem Treffen fahren, da frisst der Teufel auch schon mal Fliegen. Flugs noch den Simmerring getauscht (ja das geht an dieser Stelle beschädigungsfrei) und den ganzen Kram wieder eingebaut.

Ausserdem hielt ich mich noch mit zahlreichen kleineren Sachen auf. Unter dem Tacho war als Gummiunterlage ein O-Ring, der durch den Tacho etwas gedehnt wurde. Das mögen O-Ringe nicht, folglich war der nach gut 2 Jahren gerissen. Aus einem Kinderfahrradschlauch, aus dessen zugehörigem Fahrrad alle anwesenden Blagen schon rausgewachsen sind, entstand Ersatz.
Bei der Gelegenheit wurde die Leerlaufkontrollbirne ersetzt.
Ausserdem hatte mein alter M53 hinten keine Gummiaufhängung, sodass er an dieser Stelle flacher baute als der neue mit Gummilager. Jetzt saß mein Luftkasten hinten auf der Motoraufhängung auf, weswegen es jedes mal ein mittlerer Akt war, die Gummimuffe aufzuschieben. Den Luftkasten kann man nicht ausbauen, man kann nur die Schwalbe drumherum entfernen. Da hatte ich keine Lust drauf und versuchte es deshalb mit sanfter Gewalt. Ein Rohrstück reingeschoben, alten Lappen auf den Rahmen, dicke Zange rausgeholt und etwas gehebelt. Tadaa, das Rohr ist etwas nach oben gebogen und jetzt ist da unten auch wieder Platz:


Wo die LiMa schon mal demontiert war gabs gleich nen neuen Unterbrecher und eine neue Einstellung des Zündzeitpunkts. Habe zum ersten Mal net-harrys Methode ausprobiert. Sehr empfehlenswert, damit spart man sich viel Gefummel!

Zu guter Letzt gabs noch ein 13er Ritzel, eine Grundreinigung und Probefahrt. Beim ersten Gucken nach ca 3 km war sie noch komplett trocken. Weitere 3km später in der Garage entdeckte ich jedoch das hier:

Hört das eigentlich nie auf? Aber egal, jetzt habe ich die Chance, genau sehen zu können wo es her kommt! Also noch mal wieder alles auf, Taschenlampe raus, reingeleuchtet - nichts. Bin ich blöd?
- LiMa? Trocken.
- Gehäusewand unter dem Kettenritzel? Trocken.
- Schraubenköfpe? Trocken.

Dann fand ich heraus, dass links neben dem Kettenritzel die Gehäusewand leicht glänzte. Offenbar kam da im Betrieb das Öl seitlich an der Dichtkappe raus, um dann direkt in der Gehäuseecke nach unten abzufließen. Da soll ein normaler Mensch mal drauf kommen! Jetzt muss ich mir erst mal ordentliches Material besorgen, dann bekommt die Abtriebs-Dichtkappe die selbe Behandlung wie schon die der Kurbelwelle. Ich habs mal versucht zu fotografieren, aber man sieht nicht wirklich wo es glänzt. Die gemeinte Wand habe ich rötlich eingefärbt weil man absolut nix sieht.

Ja ich weiß dass mein Kettenschlauch kaputt ist.

Donnerstag, 25. März 2010

Konspiratives Treffen

Rheinkilometer 792/AP Ungewöhnliche Vorgänge gestern Abend am verlassenen Fähranleger: Ein unbekanntes, älteres Fahrzeug setzte seine Nebelmittelwurfanlage ein. Ältere Mitmenschen fühlten sich an die Rheinüberquerung der Alliierten 1945 erinnert. Welche geheimen Aktionen die Nebelwand decken sollte, blieb unbekannt.



Was war geschehen?
Gestern Abend bekam ich Besuch vom Zottel (der hier ab und zu auch mal als Jim kommentiert). Er hat ein absolutes Schmuckstück von einem Spatz an Land gezogen. Bj 68, Neckermann-Ausführung mit allen seltenen Details, kaum KM runter und in absolut unverbasteltem Originalzustand. Das einzige was da nicht mehr original ist, sind das Benzin im Tank und die Luft in den Reifen...
Er bekam von mir den Kupplungskorbrest, um sich damit einen Primärritzelhalter bauen zu können, und den Sperber-Limadeckel den ich noch über hatte. Dafür dreht er mir demnächst die Trommeln aus.

Elli war leider in der Garage eingebaut, da dort momentan unsere gesamte Wohnzimmereinrichtung drin steht, also habe ich mir eben mein Pflegekind ausgeliehen, eine sich ebenfalls im unverbastelten Originalzustand befindende /2N namens Margot.

Damit habe ich ihn noch zurück zum Fähranleger gebracht, die letzte Fähre war aber schon weg. Als wir nach dem Fototermin (siehe oben) Zur Rheinbrücke aufbrechen wollten, streikte der Spatz erst mal. Aus unerfindlichen Gründen will sich nach dem Tanken Benzin und Öl nicht so richtig gut vermischen, getankt hatten wir gerade vorher und nun befand sich mehrheitlich Öl im Vergaser. Eine Papstwahl ist nichts gegen die Wolke...
Wir sind dann noch gemütlich durch Schimanskis Revier Duisburg Ruhrort gecruised, und irgendwann hab ich wieder umgedreht und bin zurück nach Haus.
Wenn man mit einem Spatz zusammen unterwegs ist, merkt man erst mal, wie kraftvoll so eine /2er Schwalbe eigentlich ist!

Montag, 22. März 2010

Seitengepäckträger Teil 1

Die Bremse ist zwar schon eingebaut und funktioniert, aber ein Bremsenupdate gibts erst wenn die Trommel ausgedreht ist und man auch wirklich vernünftig bremsen kann.

In der Zwischenzeit habe ich mich um Seitengepäckträger gekümmert. Ich bin nicht verlegen darum, eine gute Idee aufzugreifen wenn ich sie irgendwo sehe. Die Gepäckträgerkonstruktion von Schwalbendoktor aus dem Nest gefiel mir von der Funktionalität her sehr gut. Einfache und schnelle Montage, hohe Tragfähigkeit und keine Modifikationen am Fahrzeug!

Diese Träger kann man bei ihm auch käuflich erwerben. Ich wollte aber lieber Träger aus poliertem Edelstahl haben, und meine Träger sollten die Form des Schwalbe-Seitenteils besser aufnehmen, damit sie nicht so wie ein Fremdkörper wirken. Nachdem der beste Patenonkel aller Zeiten seine Rohrbiege- und Schweißkünste hat walten lassen, bekam ich folgendes hier angeliefert:

Da kommen jetzt noch Sitzbank Gumminöppel rein, die wie auf dem Foto ersichtlich beschnitten werden müssen um zwischen den zwei schmaleren Stäben klemmen zu bleiben:

Wie die Teile am Moped montiert aussehen zeige ich euch, wenn die Schweißnähte beigeschliffen und das ganze Teil poliert ist ;-)

Freitag, 12. März 2010

Terminupdate

Ach ja, ich hab mal die Oldtimer Markt durchforstet und die Teminliste ergänzt / aktualisiert. Warum da allerdings so eine riesige Lücke im Posting klafft entzieht sich meiner Kenntnis...

Bremsendjuhning Teil 1

Große Schatten werfen ihre Ereignisse voraus!
Und deshalb werde ich mal sehen dass meine Bremse auch vorne endlich die Pubertät hinter sich bringt (Stimmbruch-Kieksen und schwach auf der Brust).
Bislang wurde folgendes unternommen:
- Trommel penibel gereinigt
- originale Bremsbacken angeschliffen und gereinigt
- Zwischenlage unter die auflaufende Bremsbacke

Kurzzeitig hatte ich enorme Bremswirkung, das ließ aber sehr schnell wieder nach. Letzten Winter gabs dann einen Satz EBC Bremsbacken, was auch nicht wirklich geholfen hat. Jetzt werde ich vorne zunächst mal auf Aussenliegenden Bremshebel umrüsten. Dazu braucht man

- eine Bremsankerplatte für aussenliegenden Hebel
- einen Bremshebel vom S50
- einen Kupplungszug vom SR50
- eine Einstellschraube von MZ (30mm Länge statt 25)

Bestellung bei Dumcke ist raus, und die Bremsankerplatte hab ich mir ja neulich für schmales Geld bei eBay geschossen. Zwar schwarz überlackiert, aber polieren wollte ich ja eh, da war das egal.

Ausgangszustand:



Erfreulicherweise sind sogar noch ein Paar gute Bremsbacken dabei!



Nach dem Zerlegen durfte das Teil eine Runde in der Strahlkabine mitfahren, gestrahlt habe ich mit Nussschalen und bei 2,5 bar. Das hat völlig ausgereicht. Die Oberfläche war zwar hinterher rauh, aber nichts, was sich nicht innerhalb von 10 Minuten mit Schleifpapier wieder spurlos beseitigen ließe. Leider trat dabei ein wahrscheinlich ungefährlicher, aber hässlicher Materialfehler zu Tage:



Hier kam mir meine Schusseligkeit zugute: Ich hatte nämlich schon seit Jahren ein gebrauchtes Bremsschild liegen, welches ich aber verbummelt hatte. Jetzt tauchte es pünktlich wieder auf, und wurde gleichsam aufbereitet. Eine Runde 400er Nassschliff (da war ich zu ungeduldig, das geht besser), und danach Poliermaschine. Wenn man nah rangeht sieht man, dass die Oberfläche nicht wirklich spiegelglatt ist, aber es funkelt und für 2h Arbeit ist das Ergebnis top. Wenn ich mal überlege wie lange ich da per Hand dran rumpoliert hätte...



Ich habe übrigens noch ganz was anderes in der Mache. Und zwar eine Servo Bremse im Originaldesign! Bis zu fünffache Bremsverstärkung ist zwar eine Ansage, aber man Munkelt dass die Dosierbarkeit darunter leidet. Gerade hecke ich die Konstruktion für das Ding aus. Es soll möglichst original aussehen und mit möglichst vielen Simson-Teilen funktionieren (Stichwort Ersatzteilversorgung). Hoffen wir, dass das klappt!

Vorher muss ich aber endlich mal jemanden finden, der mir das Werkzeug zum Trommeln ausdrehen fertigt...