Donnerstag, 10. September 2009

Mission M54 - Teil 12: Der große Tag

Der Himmel weinte, denn es war Motortauschtag!

Endlich endlich endlich habe ich die Zeit gefunden, die Kupplung zu komplettieren und die Motoren zu tauschen. Dazu wurde zunächst mein alter M53 ausgebaut, das Öl abgelassen und der Kupplungsdeckel entfernt. Mit der bekannten Methode schnell die Kupplungsfedern entspannt und das Kupplungspaket entnommen.

Es gibt zwei Varianten von M53-Kupplungen: Die frühe Version hat Reibscheiben mit Stahleinlage und dickere, geriffelte Stahlscheiben, die spätere Version (ich vermute mal ab 68) dünnere glatte Stahlscheiben und normale Reibscheiben. Hier ein Bild mit den Zwei Stahlscheibenversionen:


Im 54 war original die alte Version und im M53-Schlachter die neue. Beide hatten aber krumme Stahlscheiben im Angebot, und man kann die Teile nicht untereinander mischen. Ich wusste aber dass das Kupplungspaket im aktuellen Motor OK ist, deswegen habe ich hier keine Neuteile beschafft. Was beim Beurteilen von Kupplungsbauteilen zu beachten ist, ist hervorragend von Airhead im Schwalbennest beschrieben worden.
Aus Dummschwätzers Privatarchiv stammt des weiteren folgende Information:

Gerade habe ich mal zu diesem Thema in alten Unterlagen aus "Dummschwätzers Privatarchiv" geschmökert und nachgelesen. Dort steht unter anderem, dass die Kupplung der Vogelserie im Laufe der Jahre mehrfach verändert wurde. Diese Änderungen bezogen sich in erster Linie auf die Federteller und die Dicke der Stahllamellen.
Um eine einwandfreie Funktion der Kupplung zu garantieren, muß eine Pakethöhe (Stahllamellen, Reibbeläge und Federteller) von 24 mm gegeben sein.

Nachstehend die Einbaumöglichkeiten und Kennzeichnung der verschiedenen Federteller:

für 2- und 3-Gang-Motore:

Federteller 1137406508 - Tellerhöhe 6 mm, ist mit einer aufgeschlagenen 3 gekennzeichnet
3 Stahllamellen 1137438507 - 2 mm dick, (wird nicht mehr als Ersatz geliefert)
4 Kupplungsscheiben 1147831505 - Reibbelag Cosid K 155, 3 mm dick
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Federteller 1121407508 - Tellerhöhe 7,5 mm, ist nur mit einer aufgeschlagenen 5 gekennzeichnet
3 Stahllamellen 1135508507 - 1,5 mm dick
4 Kupplungsscheiben 1147831505 - Reibbelag Cosid 155, 3 mm dick
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für 4-Gang-Motor M54 (Sperber):

Federteller 1121407508 - Tellerhöhe 4,5 mm (ohne Kennzeichnung)
3 Stahllamellen 1135508507 - 2 mm dick, (wird nicht als Ersatz geliefert)
4 Kupplungsscheiben 1137427504 - Reibbelag mit Stahleinlage, 3,5 mm dick
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Im Bedarfsfall kann in den 4-Gang-Motor des Sperbers auch die Kupplung für den 3-Gang-Motor (Federteller 5) eingebaut werden.

Bei der Schwalbe mit halbautomatischer Fliehkraftkupplung finden ausschließlich Kupplungsscheiben mit Reibbelag und Stahleinsatz Verwendung.

Ab April 1977 wurden zum Zwecke besserer Montage ab Werk die Federbolzen des Kupplungsmitnehmers um 1 mm verlängert. Werden diese Mitnehmer für Motore der Baujahre vor 1974 verwendet, sind eventuelle Störstellen an den Befestigungsaugen für den Deckel zum Kupplungsdeckel (Gußtoleranzen) entsprechend nachzuarbeiten.

Ab Oktober 1984 erfolgte die Ersatzteilproduktion von Teilen der bisherigen M53/M54-Kupplung mit vier Druckfedern nur noch im geringfügiger Stückzahl bzw. wurde komplett eingestellt. In alle Ersatz-Motoren M53/M54 wurde ab diesem Zeitpunkt nur noch ausschließlich die Tellerfederkupplung der Motorenbaureihe M531/541/741 eingebaut. Dies wurde ermöglicht durch die Schaffung eines neuen Mitnehmers (Teile-Nr: 1121487514), der dem Serienmitnehmer der M531/541/741-Reihe (Teile-Nr. 1122481508) bis auf die Nabenbreite gleicht. Die übrigen Teile der Tellerfederkupplung der M531/541/741-Reihe finden entsprechende Verwendung.
Der neue Kupplungsmitnehmer der M53/M54 Motorenbaureihe ist durch einen Einstich an der linken Stirnseite gekennzeichnet und kann so vom Mitnehmer der M531/541/741-Reihe unterschieden werden.


Bei mir wanderte Das komplette Kupplungspaket incl. aller Federteller von einem Motor in den anderen. Lediglich die Federn wurden dabei getauscht. Ich habe schon länger neue liegen, da die alten spürbar am Ende waren. Neue Federn haben 30mm ungespannte Länge, meine alten 27,5mm. Diese hatten schon so wenig Vorspannkraft, dass die Kupplung beim Anschieben manchmal durchrutschte. Irgendwo gibts da auch Verschleißmaße zu, zusammen mit der Anweisung erst mal Unterlegscheiben unter die alten Federn zu packen. Ich halte da sehr wenig von, da wir heute nicht mehr in einer Mangelwirtschaft leben.

Nach der Tauscherei wurde fix komplettiert und eingebaut. Und das Ergebnis sieht so aus:





Also, alle heimlichen und unheimlichen Leser: Zeigt euch und kommentiert!

(Ja ich weiß dass mein Chokezug fehlt, dass der Ansaugschlauch noch in die Halterung muss und meine Schaltwippe Patina hat, die im Übrigen auch bleiben darf)

Kommentare:

Jim hat gesagt…

Schick, Schick und so schön polierte Deckel !!!

Adrian hat gesagt…

Jau, dass sieht echt lecker aus. Bin ich ja echt neidisch :-)