Montag, 16. Juli 2012

Sie ist mein Model und sie sieht gut aus

Ich sehe gerade das Elli es in den 2012er Simsonkalender geschafft hat:
Ick freu mir!

Falls den noch einer haben will gibts den für 14 Euro bei christian.taenzer [at] onroad-offroad.net

Montag, 9. Juli 2012

Langzeitupdate III: Gott sprach: "Nimm mal lieber ein Relais, Junge" - Und es wurde Licht

Wie bereits geschrieben warf meine Zündung den Schlappen in die Luft und ich hatte keine Lust mehr dort noch was rein zu investieren, vor allem da ich ohnehin langfristig den Umbau auf VAPE Zündung und H4 Licht geplant hatte.

Zunächst habe ich meine Connections spielen lassen um herauszufinden, was eine VAPE in Tschechien kostet. Insgesamt kommt man auf eine Ersparnis von ca 13-15 Euro, je nach Händler. Für den Betrag muss ich nicht länger nachdenken. Da bestelle ich lieber beim Händler meines Vertrauens und habe entsprechenden Service. Da mein Motor noch einer mit hinterem Gummilager ist, hat er keine Gewinde für die üblichen Spannkrallen und braucht daher den Stator mit drei Langlöchern (A70S-3-1). Ausserdem bestellte ich den Rotor für Lüfterrad (A70R-23), sowie Regler, Blinkgeber und Zündmodul. Ausserdem gönnte ich mir die Montageplatte. Obwohl ich den VAPE Kabelbaum nicht mitbestellt habe (weil ich eh selbst häkeln musste, wie ihr noch sehen werdet) hat Dumcke ihn übrigens trotzdem dazu gelegt.

Wo ich nun schon mal eine Großbaustelle an der Elektrik aufmachte, habe ich mir Gedanken gemacht wie man die Simson Elektrik weiter verbessern kann.
Als erstes wird der Bremslichtschalter auf der Bremsankerplatte in Rente geschickt. Dessen Einstellung hat mich schon genug graue Haare gekostet. Stattdessen kommt unter das rechte Trittbrett ein Endschalter (z.B. von Conrad). Dieser wird in einem aus Alublech gebogenen Halter befestigt, der ans Trittbrett angeschraubt ist. Die Verschraubung sitzt dabei nicht in der Gummifläche, sondern am Bördelrand des Trittbretts. Hier werden 2 Löcher reingebohrt, angesenkt und dann mit M5 Senkkopfschrauben das Halteblech angeschraubt. Somit passt hinterher der Motortunnel mitsamt Gummis noch drüber. Der Schalter holt sich die Masse von einer Trittbrettverschraubung. Das Bremslicht+ läuft ausserdem über Batterie und nicht mehr direkt über die Spule. Somit ist die Lichtstärke konstant, und die "Gedenksekunde" fällt auch weg.

Weitere Überlegung ergab, dass beim Verwenden des bekannten Louis H4 Scheinwerfers mit 55/60W mal eben 5A fließen. Und zwar über das 40 Jahre alte, abgenudelte Zündschloss und den 40 Jahre alten, abgenudelten Aufblendschalter am Lenker. Von vielen VWs (Golf I-III, Passat bis 35i Facelift, VW Bus bis T4) ist zudem bekannt, dass deren Licht auch mit dem vollen Strom über den Schalter im Cockpit läuft und demzufolge am Leuchtmittel nur noch 11,5V ankommen. Die Lösung: die Leistungsleitung des Scheinwerfes läuft vom Regler über ein Relais direkt in den Scheinwerfer. Nur noch der geringe Steuerstrom des Relais nimmt den Umweg durch die ganze Möffelektrik. Folglich wurde bei Conrad ein 12V einfach-Wechsler eingekauft. Somit braucht man nur ein Relais für die Schaltung. Wo man schon mal beim Einkaufen ist, nimmt man gleich noch dünnen Schrumpfschlauch, einen Sicherungssteckplatz für Standard KFZ Sicherungen und vernünftige Crimp Steckschuhe mit.

Der Schaltplan wurde mit Hilfe meines Kumpels Digi-Deussen ausbaldowert und freundlicherweise von net-harry aus dem Schwalbennest in bekannt guter und leserlicher Manier in SPlan umgesetzt. Hier das Ergebnis:
Weiteres Feature dieser Verschaltung ist Tagfahrtlicht auf Schalterstellung 1. Das Relais ist so verschaltet, dass es im stromlosen Zustand Abblendlicht schaltet, sodass man nicht bei einem eventuellen Defekt mit Dauerfernlicht rumdüst. Die Leistungsleitung fürs Licht hängt in diesem Schaltplan noch am Dreierverbinder des Zündlichtschalters. Das ist überflüssig, man kann sie direkt an Relais und Klemme 59b führen. Das gelbe Kabel vom Abblendschalter einfach am Ende isolieren und irgendwohin wegbinden.

Wie ihr seht muss für den Umbau am Kabelbaum ganz ordentlich gehäkelt werden. Bitte verwendet dafür nicht die überall erhältlichen Quetschverbinder.
Die Dinger sind kacke! Eine richtige Crimpverbindung hält mechanisch viel größere Belastungen aus und kontaktiert auch besser durch. Die Anschaffung eines dafür benötigten Crimpwerkzeugs kann ich nur empfehlen. Dieses youtube Video zeigt schön, wie man richtig crimpt:


Vor dem Crimpen schiebt man sinnvollerweise Schrumpfschlauch aufs Kabel und schrumpft die Crimpstelle hinterher ein. Somit ist die Verbindung optimal geschützt und sieht aus wie aus dem Werk! 0,75er Litze reicht aus. Will man tolle Farben haben empiehlt sich ein Schlachtbesuch aufm Schrottplatz, Gerüchteweise soll der Golf III die gleichen Farben verwenden wie Simson.

Überall wird ausserdem die Qualität der VAPE Steckverbinder beklagt. Die sind jetzt nicht direkt megakacke, aber wirklich schön ist in der Tat anders. Als Abhilfe habe ich die Stecker durch solche von Tyco ersetzt. Dazu braucht man viel Geduld, Ruhe und eine ordentliche Crimpzange, aber sie sind dafür ausfallsicher und Wasserdicht(!):
Oftmals findet man die als "Tyco Superseal" irgendwo angeboten. Gibts von 2 bis 5 oder 6 polig.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Langzeitupdate II - The erste Gang you've called is not availabe

Wie vorhin schon geschrieben, hatte ich neulich das Problem, dass ich nicht in den ersten Gang schalten konnte. Dazu gibt es hier noch mal ein detailliertes Posting um den Fehler zu dokumentieren. Hier handelt es sich zwar um einen M54, aber der gleiche Fehler kann beim M53 genau so passieren.

Zunächst müssen wir zwischen zwei verschiedenen 1. Gang Problemen unterscheiden:

Fehlerquelle 1, von unerfahrenen oder unaufmerksamen Motorinstandsetzern immer wieder gerne gemacht, ist es das Losrad des ersten Ganges verkehrt herum einzubauen. Hier ein Foto vom Aufbau meines ersten M54:
So ist es richtig herum, die glatte Seite muss nach oben, bzw in Fahrtrichtung rechts zeigen.

Auf der anderen Seite ist das Zahnrad ausgehölt, sodass die Schaltklauen des (sich beim Schalten auf der Welle axial verschiebenden) Zahnrades für den 2. Gang nicht im Losrad des ersten Ganges einrasten können wenn man es verkehrt herum montiert.

Das hier ist zwar ein Zahnrad aus dem Sömtron Motor, aber die Aushölung ist gut zu erkennen. Quelle des Bildes ist http://oldtimer-dienst-engisch.de

Hat man diesen Fehler fühlt man zwar den ersten Gang genau so einrasten wie alle anderen Gänge auch, aber es findet dann kein Kraftschluss statt. Man hat also anstatt des ersten Ganges einen Leerlauf. Die Leerlaufkontrollleuchte leuchtet dann aber nicht.

Diesen Anfängerfehler hatte ich nicht gemacht, dafür einen anderen blöden Fehler:
 Diese Apparatur überträgt die Drehung der Hohlschaltwelle auf den Schaltautomaten, auch Ratsche genannt:
Quelle: www.dumcke.de
Links im Bild seht ihr die beiden umgebogenen Blechenden, in die der Schaltmörpel greift. Somit wir dann das ganze Teil um die große Bohrung in der Mitte geschwenkt. Wie die Schaltung von da aus weiter betätigt wird schenke ich mir an dieser Stelle mal. Bei mir war der Fehler, dass eines dieser beiden Blechohren abgebrochen war:
Das hatte ich gelinde gesagt übersehen, die Stelle ist aber auch eher unzugänglich im Motorgehäuse:

Fehlt das umgebogene Stück an dieser Stelle, reicht der Schaltweg in die jeweilige Richtung nicht aus. Durch neues Einstellen der Schaltanschlagschrauben lässt sich das zwar "zwischen den Gängen" beheben, aber der letzte Gang in dieser Schaltrichtung (bei mir also Runterschalten und folglich der Erste) lässt sich dann nicht mehr einlegen.

Symptomatisch fühlt sich das anders an als beim oben beschriebenen Fehler: Man spürt kein Einrasten. Es fühlt sich so an als wäre man schon im Ersten und würde dann noch mal runterschalten.

Langzeitupdate I - Uschi zeigt autodesktruktives Verhalten

Etwas mehr als 1 Jahr ist vergangen, und schwupps, schon gibts mal wieder was neues zu berichten: Nach einer recht langen, simsonmäßig unauffälligen Zeit mit Uschi im Alltag und Elli am Sonntag ;-) fing es an.

An der Ampel losgefahren, KNACK, kein Vortrieb mehr, aber dafür nach dem Ausrollen Salat im Kettenkasten. Also das Möff an den Straßenrand geschoben, abgeschlossen und mit der U-Bahn weiter. Gut dass jeder mein Möff kennt und es nun genau vor der örtlichen Orion-Filiale geparkt war.
Nach späterer Bergung mit dem Caddy eines Kollegen stellte sich heraus dass die Kette gerissen war und auch das Kugellager im Mitnehmer seine Grenzlebensdauer deutlich überschritten hatte: Kugelkäfig nicht mehr vorhanden, es purzelt einem alles entgegen. Selbst schuld, die Kette hatte schon seit einiger Zeit geruckt und ich habe es immer wieder vor mir her geschoben. Also ein großes Kettenkit bestellt und alles getauscht.

Dann lief mir auf ebay ein weiterer M54 über den Weg, der aber leider als M53 ausgewiesen war. "Kickstarterwelle war defekt und ist ausgebaut, eine neue liegt bei". Aha. Da hat also einer gedacht es sei ein M53, hat ihn geöffnet, war zu blöd bis vier zu zählen und hat eine M53 Kickerwelle bestellt, die dann natürlich nicht passte. Und nun wird der Rotz über ebay unter Verschweigung der Probleme verkauft. Mir solls recht sein!
Zack, war die Basis für einen M54 Umbau bei Uschi eingekauft. Glücklicherweise wies der Motor zwar einige abgerissene Schrauben, aber keine vergewaltigten Dichtflächen auf, und auch der Primärtrieb hatte sehr wenig Verschleiß. Also 1x das Übliche; neu lagern, neu dichten, neue Kurbelwelle. Bald schon stand der M54 als Rumpfmotor da und wartete auf den Tauschtag, bei dem ich den derzeit auf dem M53 verbauten Zylinder mit rüber schrauben wollte. Bilder gibt es von der Aktion keine, da ich hier schon mal einen M54 Aufbau gut dokumentiert habe. Man muss das ja nicht alles 2x fotofieren.

Dann kam der Tag an dem ich zusammen mit einem Kollegen Sperrmüll wegfahren ging, ich mit Uschi voraus. Bei der Abfahrt vom Wertstoffhof wollte sie partout nicht anspringen. Also angeschoben. Es gab eine dicke Fehlzündung, der Endschalldämpfer flog über den halben Hof und verfehlte das Auto meines Kumpels nur knapp. Werkzeug geliehen, Endtüte wieder festgeschraubt - also so fest, wie es mit verbogener Schelle eben geht.
Kumpel: "Wackel lieber noch mal dran, nicht dass der dir gleich während der Fahrt wieder abfällt!"
Dran gewackelt und schon fällt vorne der Krümmer runter. Gewinde des Zylinders glatt durchgerissen. Der Riss war komplett frisch, also keine langzeitige Materialermüdung. Soviel dann zu meinem Plan, demnächst den Zylinder auf dem M54 weiter zu verwenden. Glücklicherweise wickelte ich aber gerade eine Teilebestellung für Adrian ab, wo auch ein geschliffener Zylinder mit bei war.
Am nächsten Tag konnte dieser auf den Motor gebaut, und die Motoren getauscht werden. Der Motor lief auch super, allerdings nur in den Gängen 2,3 und 4. Ersten Gang gobsjonüscht. Na Super. Also den Motor noch mal raus, noch mal auf und den Fehler gesucht und gefunden: Schaltautomat gebrochen, an einer Stelle die man nicht sofort sieht. Schaltautomat gegen einen aus nem Schlachtmotor getauscht, alles wieder zusammen gebaut und dann gings, wenn auch in unteren Drehzahlen leicht bockig.
Genau 3 Tage lang.
Dann stellte die Zündung die Arbeit komplett ein.
Gut dass ich bislang keine unvorhergesehenen Ausgaben hatte und das Konto noch so prallevoll war... Die üblichen Verdächtigen einer SLMZ, also 6V 15W Unterbrecherzündung, hatte ich vor gut einem Jahr bei der Inbetriebnahme schon präventiv getauscht, Kontakt, Kondensator, Kabel, Kerzenstecker und Kerze waren also noch ziemlich neu. Welche Kondensatoren was taugen und welche nicht weiß ich mittlerweile auch, sodass ich von einem anderweitigen Defekt ausging. In Anbetracht der Tatsache, dass die Zündung auch mechanisch schon recht abgenudelt war und ich sowieso irgendwann mal von 15W Positionsbeleuchtung mit blindem Reflektor auf 55W H4 umrüsten wollte, geschah das nun eben jetzt.

So, hoffentlich wars das nun mit den Defekten, so langsam ist ja nicht mehr viel Dran was noch kaputt gehen könnte.

Dienstag, 28. Juni 2011

Wartungsstau

Uiuiuiuiui. Man kommt momentan zu gar nichts. Dabei gäbs langsam echt mal was zu tun. Elli verlangt nach ein wenig Wartung und verleiht ihrer Forderung mit sehr unwilligem Anspringen Nachdruck. Uschis einst auf dem Hauptständer stolz erhobenes Vorderrad ist mittlerweile auf dem Boden angekommen, und es kippelt schon. Ich hab aber Schwein gehabt, es ist immerhin nichts gerissen, nur eingeknickt. Schweißarbeiten bedeutet das aber so oder so. Zeit habe ich im Moment aber für nichts von beiden. Das euch schon bekannte Kampfzäpfchen bekommt nämlich gerade einen Bruder:

Montag, 16. Mai 2011

Roller und Kleinwagentreffen Billerbeck

Letzten Samstag gings zum 3. Roller und Kleinwagentreffen in Billerbeck. Die Anfahrt war zwar weit (ca 90km einfache Strecke, 2,5 Stunden), aber da wollte ich letztes Jahr schon hin und zwischendurch muss man schließlich auch mal ein bisschen verrückt sein. Wegen der eher durchwachsenen Wettervorhersage packte ich mein GaKöKo ein, programmierte eine möglichst schöne Route ins Navi und ab gings - zunächst in Richtung Fähre:



Fähre fahren ist irgendwie cooler als Brücke. Ausserdem ermöglichte das eine deutlich besser aussehende Streckenführung ohne ewig Lange B58 fahren zu müssen. Nachdem ich mich durch Duisburg und Dinslaken gewurschtelt hatte gings durch den Hünxer Wald nach Dorsten. Dicke Landstraße mit 100 km/h, aber wenigstens gabs einen Seitenstreifen (seehr erholsam) und Wald drumherum. Ein Stück hinter Dorsten gings dann quer durch die Hohe Mark. Dort fand sich auch mal wieder mein Lieblings-Verkehrsschild:


Hat man so eins gefunden weiß man: Diese Straße gehört zu den guten. Interessant auch zu sehen, wie unglaublich viel Wald es direkt nördlich des Ruhrgebiets gibt. sobald Hohe Mark und Borkenberge hinter mir lagen, gings auf direktem Weg nach Billerbeck. Genau mit meiner Ankunft fing es kurz an zu Regnen, was aber nicht lange dauerte. Adrian war mit dem Bug schon vor Ort:



Die meisten Treffenteilnehmer waren gerade auf einer Ausfahrt, weswegen wir uns in die Halle des Veranstalters setzten. Adrian hatte das zickende, zerlegte Getriebe von Lola mitgebracht. Das sahen wir uns gemeinsam an und überlegten, wo der Fehler verborgen sein könnte. Das zog ein wenig Publikum an, u.A. den Fahrer des weiter unten abgebildeten DUO und ein Mädel, dass mit einer S51 vor Ort war, deren Kupplung nicht vernünftig trennte. Kaum war Adrians Getriebe durch, fragte sie ob ich mir die Kupplung mal ansehen könne. Konnte ich natürlich, aber ich hatte kein Werkzeug mit. Als erstes kramte Adrian sein komisches zölliges Werkzeug aus, was aber keine große Hilfe war: Der enthaltene Schlitzschraubendreher hatte eine Klinge, die für die dicke Kunststoffschraube zu schmal war. Letztendlich wurde sie mit einer Wasserpumpenzange gelöst. Zum lösen der Kontermutter brauchte man einen 10er Steckschlüssel, weil selbst für einen gekröpften Ringschlüssel kein Platz war. So langsam kamen die Treffenbesucher von der Ausfahrt zurück, und Madame tingelte von einem zum anderen und erschnorrte sich das von mir in Auftrag gegebene Werkzeug... Zum Drehen des Steckschlüssels kam Adrians Mörderzange (wie heißt das Ding? Ich will auch so eine!) zum Einsatz, nachdem wir uns gemeinschaftlich darüber amüsiert hatten wie man eine Wasserpumpenzange "Knipex Alligator" taufen kann. Kupplung eingestellt, Testfahrt, für gut befunden, wieder zusammengebaut, Besitzerin glücklich.

Im Anschluss gingen wir uns die zurückgekehrten Teilnehmerfahrzeuge ansehen:



BMW 600



Gutbrod Superior



BMW Isetta


Simson DUO

Ich wollte nicht glauben, dass dieses Bauteil tatsächlich Serie ist.


Fiat 126


Renault 4CV


BMW 700 - aus dem Märkischen Kreis per Hänger angereist. Das sind ca 130km. Was für Weicheier!




Velorex, ein herrlich schräges Teil


Ziemlich böser Miniatur-Sportwagen von Honda mit 1800 Kubik


Fiat 127 Serie 1. Ausgestorben in Deutschland.



Eine Phalanx Goggos.


Fiat 600




Unbekannte Köstlichkeit, aus NL angereist. Angetrieben von einem dreizylindrigen Zweitakter. Ich liebe diesen Klang.




Meine Lieblings-Lambretta: LI Serie 3. In erstbesitz: "'abbe i selbste mitegebrackte ausse Italia Neunsehnundertefümmunsechsige".


Vespa in 70er Design auch anwesend.



IWL Berlin, Zündapp Bella und ein unglaublich gut erhaltener SR50, leider dicht an dicht gedrängt.

Zum Abschluss fuhr ich noch mit Adrian eine Runde im Bug um den Block, dann gabs ein Stück Kuchen und ich machte mich auf den Heimweg. Mittlerweile war es zwar sehr schön, wehte aber stark, sodass ich mir die GaKöKo Jacke als Windschutz überzog. Auch auf der Rückfahrt gabs natürlich keine Probleme. War ein gelungener Tag, hat mich gefreut die schon länger bestehende "Onlinebekanntschaft" (uuh, das klingt nach soner komischen Datingseite) mal in echt kennen zu lernen.

Sonntag, 8. Mai 2011

Sevelener Oldtimerrallye 2011

Mit etwas Verspätung hier nun der Bericht der diesjährigen Sevelener Oldtimerrallye. Dieses Mal war das Wetter den ganzen Tag trocken und sommerlich warm, über 25°. Was für ein Kontrast zu letzten Veranstaltung..
Morgens um 10 kam ich an, und belegte den Parkplatz mit der Startnummer 48. Obwohl er nicht mitfuhr, kam Onkelchen auf Margot mit und stellte sie dazu. Sobald mehr als eine Schwalbe nebeneinander stehen, rechtfertigt das selbstverständlich das Auslegen des Schwalbennest-Banners:


Dann ging ich ins Fahrerlager um mich anzumelden und meine Sachen abzuholen. Danach löste ich den Frühstücksgutschein ein. Währenddessen wurde es richtig voll, dieses Mal gab es sage und schreibe 78 Starter. Einige "alte Bekannte" waren auch darunter, sodass einige nett gemeinte blöde Sprüche a la "Hast du denn dieses Mal ne Regenhose dabei?" durch die Reihen flogen. Die Atmosphäre war sehr schön locker und entspannt. Auffallend war, dass sich relativ wenige Leute auf dem Parkplatz herumtrieben, die mein Moped besser kennen als ich. Stattdessen bekam ich viel Lob von Leuten mit Auge fürs Detail. Gestartet wurde ab halb 12, daher hatte man Zeit sich die anderen Schätze anzusehen, was ich auch tat:


Alpine A 110. Mit Käfig und auf Semislicks.


Unrestauriertes Knudsen-Taunus Coupé mit Vinyldach. 70er Jahre Pornostyle pur.


Vorkriegs Opel Olympia und MGB GT


Noch ein Knudsen - Gemeinschaftswerk von Vater und Sohn


Alfa Giulia Nova und Rollie. Letzterer kann zwar würdevoll aussehen, aber läuft wie ein Sack Nüsse (wenn er nicht gerade aus- und nicht wieder an geht...)


T1 von der Kühlluft Kompanie und Corvette


Wunderschönes Interieur


Das Logo auf dem T1 noch mal in groß ;-)


Kurzschnauzer Typ 3 Stufenheck


Triumph TR4, diese Restauration ist bereits 20 Jahre alt!


Dodge Coronet mit ca 500PS. Gefahren von einem Typen der jünger ist als ich und sich offenbar für den letzten Henker hält. Schade, eigentlich ne geile Karre.


Messerschmitt Kabinenroller


Noch ein T1


Sehr schöner 190 SL. Ausnahmsweise mal mit Besitzer, der ihn tatsächlich selbst restauriert hat.



Nun begann die Starprozedur. Wie bisher jedes Jahr war Ulrich Ripkens als Moderator tätig und faselte den üblichen, nur schwer zu ertragenden Blödsinn vor sich hin. Schön dass es einen Moderator gibt, der jedes Fahrzeug kurz vorstellt bevor es auf die Reise geht. So wird auch erreicht, dass die Abstände nicht zu dicht sind und sich sofort Pulks bilden. Allerdings wäre es manchmal hilfreich, wenn dieser sein Hirn einschalten würde bevor er unqualifizierte und dreiste Kommentare durchs Mikrofon posaunt.

Die Navigation erfolgte wie üblich in Form einer Chinesenrallye, wobei es diesmal noch einfacher war, weil auch die Straßennamen angegeben waren, nicht nur Entfernungen. Es war sogar im Roadbook vermerkt, wo sich die Gebäude vom Aufgabenzettel (allesamt Mühlen) verbergen. Das Navigieren wurde somit schon fast zur Nebensache - schade. Einige Leute hatten allerdings trotzdem unterwegs Probleme und wurden infolgedessen überholt. Zwischenzeitlich landete ich zwischen zwei im Team fahrenden MGB, deren Besatzungen offensichtlich Spaß daran hatten, dass ich mit der Schwalbe zwischen den ganzen Autos rumfahre. Sie wunderten sich auch, wie fix die Kiste ist (ich hatte Rückenwind..) und fuhren ein langes Stück Bundesstraße, wo 100 ist, mit mir im Pulk, damit ich nicht dauernd mit ohne Sicherheitsabstand überholt werde.

Während der ganzen Strecke gab es keinen unangekündigten Kontrollpunkt wo man irgendwelche Spielchen machen musste. So war ich gegen 16:00 wieder auf dem Kirchplatz und löste meinen Mittagessensgutschein ein. Anschließend ging es noch mal ein paar Meter weiter auf einen Parkplatz, wo alle "Kontrollpunkte" auf einmal angesiedelt waren. Man musste dort:

- Verschiedene Kopfbedeckungen der zugehörigen Nationalität zuordnen
- Detailaufnahmen von Fahrzeugen den Fahrzeugnamen zuordnen
- Mit der Fahrzeugmitte den Mittelpunkt einer Dartscheibe treffen (enorm Schwierig mit dem Mopped..)
- In einem Diorama geparkten Modellautos deren Bezeichnungen zuordnen
- In einen Setzkasten einsortierte Schrauben und Muttern mit Essstäbchen richtig sortieren.

Bei den Kopfbedeckungen habe ich versagt, nur 60% der Punkte.

Danach sammelte sich das Feld wieder auf dem Kirchplatz und wartete auf die Auswertung. Immer wieder waren Leute dabei, die offenbar verpasst hatten dass es noch einen zweiten Teil gibt, und dann wie von der Tarantel gestochen zum anderen Parkplatz heizten. Ansonsten hatte man wieder viel Zeit die anderen Fahrzeuge zu bewundern:


Einer der Eskorten-MGB und ein Olympia


Volvo P1800 - sehr schön


Mini Clubman 1275 GT. Flipflop-Lack hätte man sich meinetwegen sparen können.


Größenvergleich: MGA vs Dodge Coronet Super Bee


VW Iltis

Im Feld war auch wieder der 356 B, der mir letztes mal schon aufgefallen war. Diverse Details ließen darauf schließen, dass dieses Auto ernsthaft sportlich bewegt wird, weswegen ich mich wunderte, ihn bei so einer Kaffeefahrt unter den Teilnehmern zu entdecken:


Hier neben einem riesigen vorkriegs-Rolls Royce


Sebring Sportauspuff, kaum bis gar nicht gedämpft (Klangbeispiel)


Käfig, Schalensitze aus dem Speedster, H-Gurte, Helme, Amarturenbrett übersät mit Tripmaster, Stoppuhren, Kartenleselampe...


Betankung durch die geschlossene Kofferraumhaube


135 PS aus etwas mehr als 1600 Kubikzentimetern sind schon ein Wort, wenn man bedenkt dass der Motor 8 Ventile und ellenlange Stößelstangen hat. Dazu braucht man unter Anderem ein Motorgehäuse aus dem 356 C (stärker verstiftet), externe Ölkühlung und 44 IDF Weber Vergaser.

Ich kam mit dem Besitzer ins Gespräch und mein Verdacht bestätigte sich: Er ist damit bereits mehrfach die Mille Miglia und andere größere Veranstaltungen gefahren. Schlussendlich drehten wir gemeinsam eine Runde um den Block. Dieses Erlebnis werde ich so schnell nicht vergessen. Ist schon witzig wenn man weiß wie ein normaler (d.h. Pendelachse) Käfer fährt, weiß dass der 356 konstruktiv eng verwandt ist und es einem dann glatt die Sprache verschlägt.

Die Auswertung ergab, dass ich nicht unter die ersten 5 der Gesamtwertung gekommen bin, und eine extra Mopedwertung gabs dieses Mal nicht. Die Punkteverteilung war wohl sehr eng - wen wunderts wenn man die "zu suchenden" Gebäude im Roadbook vermerkt.

Abschließend gibts hier noch die diesjährige Strecke:


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